Geschichte

Die Löschgruppe Sechtem wurde 1902 gegründet. Die Geschichte der Feuerwehr beginnt aber bereits Anfang des 19. Jahrhunderts. Bis dahin gab es in Deutschland den Brandschutz nur in Form von Selbst- und Nachbarschaftshilfe. Als die Häuser noch mit Fachwerk gebaut und die Dächer mit Stroh gedeckt wurden, vernichtete ein Großbrand oft ganze Ortsteile. So ist z.B. überliefert, dass in Sechtem bei einem Großbrand am 9. Oktober 1587 der halbe Ort abbrannte. Damals war das Feuerlöschwesen noch nicht so organisiert wie heute. Im Jahr 1834 konnte die erste Handspritze angeschafft werden, welche im Geräteschuppen an der Weißen Burgstraße untergebracht wurde. Mit der Veröffentlichung der Polizei- und Löschordnung für den landratlichen Kreis Bonn im Jahre 1835 beginnt praktisch die Geschichte der Feuerwehr. 1870 bekamen die Gemeinden erste Anweisungen zur Einrichtung von Freiwilligen Feuerwehren. 1902 war es schließlich in Sechtem soweit. Unter dem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ gründeten ca. 20 Sechtemer Bürger die FF Sechtem. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und zwischenzeitlichen Auflösungen lief das Projekt in der Spätzeit der Weimarer Republik nachhaltig an.

 

Zur Zeit des 2. Weltkriegs

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden viele junge Sechtemer Feuerwehrmänner eingezogen. Die Zeit während des Krieges war besonders schwer. Durch immer widerkehrende Bombenangriffe mussten viele Brände gelöscht und Schäden in Ordnung gebracht werden. Besonders die Schäden der Artillerie beim Einmarsch der U.S. Army im März 1945 lasteten sehr auf der Sechtemer Bevölkerung. Damals lag die Verantwortung auf den Schultern vieler älterer Kameraden. Um diese zu entlasten, wurden Jugendgruppen, die so genannte „Hitlerjugend-Feuerwehr“ eingerichtet. Unser ältestes Mitglied in der Ehrenabteilung hat seinen Feuerwehrdienst 1943 in dieser schweren Zeit begonnen. Die Sechtemer Feuerwehr wurde während des Krieges auch immer wieder zur Unterstützung bei Einsätzen in Köln und Bonn gerufen.

 

 

Nachkriegswirren

Nach dem verlorenen Krieg musste nicht nur der Ort sondern auch die FF wieder aufgebaut werden. Der schwer beschädigte Geräteschuppen wurde von Grund auf saniert. Doch viel gravierender stellte sich die Schwierigkeit beim Aufbau der Mannschaft, denn die Männer die den Krieg überstanden hatten, taten sich schwer, der FF beizutreten. So entstand eine relativ junge Feuerwehrmannschaft, die lange das Rückgrat der FF Sechtem bildete. Mitte der Sechziger Jahre wurden durch die Neuaufstellung des zivilen Bevölkerungsschutz (ZB), zum vorhandenen kommunalen Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), ein Löschgruppenfahrzeug (LF16TS) und ein Vorauslöschfahrzeug (VLF) in Sechtem stationiert. Konnten bis zu diesem Zeitpunkt lediglich sechs Feuerwehrmänner mit dem Fahrzeug zum Einsatz ausrücken, der Rest lief zu Fuß oder fuhr mit dem Fahrrad hinterher, standen jetzt 21 Sitzplätze zur Verfügung. In dieser Zeit war die FF Sechtem in den Dienst einer Luftschutzfeuerwehrbereitschaft, der 510. LS-FB-RWL, eingebunden. Daraus entstand später der erweiterte Katastrophenschutz. Anfang der Siebziger Jahre wurde das VLF zum Hilfsrüstwagen (HiRW) umgerüstet. Damit wurde damals die Einheit schon mit der Sonderaufgabe „Technischer Hilfeleistung“ betraut. Diese Sonderaufgabe besteht auch heute noch.

 

 

FF Sechtem heute

Heute steht der Löschgruppe Sechtem zur Bewältigung Ihrer Aufgaben ein Löschgruppenfahrzeug (LF8/6), ein Gerätewagen Logistik (GW-L) und ein Mannschaftstransportfahrzeug sowie ein Tragkraftspritzenanhänger zur Verfügung. Die Beladung wird stets erweitert oder ausgetauscht und an die heutigen Anforderungen angepasst. So wird zum Beispiel die passive Sicherheit der heutigen PKW immer besser. Das bedeutet für die Feuerwehr aber, dass es immer schwerer wird nach einem Unfall die manchmal schwer verletzten Insassen aus den Fahrzeugen zu retten. Die Löschgruppe Sechtem arbeitet heute im Einsatzbezirk Nord mit den Einheiten aus Merten und Walberberg zusammen. Außerdem deckt sie den nördlichen Bereich der Stadt Bornheim (Kardorf bis Stadtgrenze Brühl und Wesseling) für den Bereich „Technische Hilfeleistung“ ab. Dazu wird die Löschgruppe Sechtem nach einem festgelegten Alarmplan zu verschiedenen Einsätzen mit alarmiert. Als weitere Sonderaufgabe ist mit der Indienststellung des GW-L im Jahr 2014 die „Wasserversorgung über lange Wegstrecken“ hinzugekommen. Mit diesem, in der Stadt Bornheim einzigartigem Fahrzeugkonzept, ist man in der Lage in kurzer Zeit bis zu 2000m Schlauchleitung zu verlegen. Selbstverständlich ist ein Einsatz über diese Grenzen hinaus je nach Lage ebenfalls möglich. Im Jahr 2013 waren sogar drei Mitglieder im überörtlichen Hochwassereinsatz mit der Bereitschaft 4 des Regierungsbezirks Köln eine Woche lang in Sachsen-Anhalt.


Bild vermutlich aus dem Jahr 1976/77

 

Oben von links:

Pfarrer Hans Helmut Tödt, Hans-Joachim Heckenbach

 

Mitte von links:Manfred Gierlich, Hans-Peter Zumbrink, Norbert Schmitz, Guido Schüller, Harald Krüppel, Josef Szepaniak, Klaus Heine Unten von links:Udo Schnieders, Andre Schnieders, Uwe Kuhnert, Peter Hardrath, Mike Schmitt